Seit seiner ersten Präsentation auf der Elektronikmesse E3 im Juni beflügelt der Nintendo 3DS die kühnsten Träume aller Handkonsolenspieler. Spielentwickler Nintendo verspricht nämlich realistische 3D-Grafik ganz ohne nervige Brille. Aber funktioniert das auch wirklich? Auf der Gamescom 2010 in Köln konnte die SCREEN DVD Redaktion das kleine Multi-Talent endlich selbst in die Hände nehmen und sich einen ersten Eindruck verschaffen.
Wie die bisherigen Nintendo DS-Konsolen verfügt auch der 3DS über zwei Bildschirme. Der obere ist durch das autostereoskopische Display 3D-fähig, der untere Touchscreen bleibt unverändert. Neu sind die drei integrierten Kameras (eine innere und zwei äußere), die sogar die Aufnahmen eigener 3D-Fotos gestatten. Über einen Schieberegler an der Seite der oberen Konsolenhälfte lässt sich der 3D-Effekt stufenlos einstellen. Wie stark die 3D-Intensität sein soll, entscheidet also der Spieler. Ein weiteres neues Steuerelement, das analoge Slide-Pad, ermöglicht die Bedienung des Kamerawinkels im Spiel. Die Fähigkeit, die Kamera um 360° zu lenken, soll laut Nintendo den Spielspaß bei Action-Spielern und Ego-Shootern erheblich steigern – und wie die SCREEN DVD Redaktion selbst feststellen durfte, geht diese Rechnung durchaus auf.
Der 3DS lässt sich aber nicht nur als Spielkonsole und Kamera einsetzen, sondern auch als handliches Kino. Dies stellte Nintendo auf der Gamescom mit einem Trailer des kommenden 3D-Kinofilms Legend of the Guardians unter Beweis. Das amerikanische Filmstudio Warner hat bereits erklärt, in Kürze Filme für den 3DS zu veröffentlichen. So könnten nächstes Jahr möglicherweise schon Blockbuster wie Sucker Punch, Green Lantern oder Harry Potter and the Deathly Hallows II in 3D auf der Handheldkonsole zu sehen sein.
Wenn sich der Kopf im richtigen Winkel zum DS befindet, funktioniert der 3D-Effekt einwandfrei. Wie weit das Gerät dabei vom Körper entfernt ist, spielt keine Rolle. Auf der Gamescom zeigte Nintendo auf dem 3DS mehrere Trailer kommender Spiele. Wie wirkungsvoll dabei der 3D-Effekt war, zeigte sich beim Hin- und Herschalten, zwischen 2D und 3D (mithilfe des erwähnten Schiebereglers). Zudem wirken Textur- und Polygon-Details beim neuen Handheld-System detaillierter als bei bisherigen DS-Konsolen.
Das waren genug Gründe, um die SCREEN DVD Redaktion von der neuen Spieleplattform zu überzeugen und die Vorfreude auf den 3D-fähigen Begleiter zu wecken. Diese Vorfreude gilt es leider noch eine Weile zu genießen, denn der Nintendo 3DS soll erst im Frühjahr 2011 europaweit erscheinen. Genauere Informationen zu Release und Kostenpunkt gibt Nintendo Gerüchten zufolge auf der Tokyo Game Show im September bekannt.
Der Trailer übertreibt aber eventuell ein bisschen:
