Auch wenn der Zustand unseres Blogs anderes vermuten lässt – wir leben noch. Und es gibt noch mehr gute Neuigkeiten: Es taut endlich!
Im Dezember waren die Schneemassen ja noch weihnachtlich-romantisch, aber so langsam würde ich die niedlichen schlittenfahrenden Kinder im Schanzenpark liebend gern gegen trockene Füße eintauschen…
Ich habe das warme Wetter heute auf jeden Fall direkt genutzt und eine Pressevorführung von Robert De Niros neuem Film Everbody´s Fine besucht.
Natürlich waren wir auch in den letzten Wochen auch mal im Kino – aber da waren Ausflüge nach draußen eher wie Polarexpeditionen, nach denen man sich zitternd an die Heizung schmiegen möchte anstatt mit erstarrten Fingern seine Eindrücke festzuhalten…
Robert De Niro ist ein Ausnahme-Schauspieler, keine Frage. Allerdings gehört er – wie auch Sir Ben Kingsley und Al Pacino – zu den fleißigen Mimen, die anscheinend wirklich bei jedem Drehbuch zusagen. Haben die Herren Angst davor, mal mit sich alleine zu sein? Oder steckt dahinter ein Trauma aus ihren schlecht bezahlten Anfangsjahren? Man weiß es nicht. Jedenfalls hab ich aus Erfahrung (Kurzer Prozess – Righteous Kill) gelernt, dass nicht überall, wo De Niro draufsteht auch ein toller Film drinsteckt.
Auch bei Everbody´s Fine werden die Meinungen vermutlich auseinander gehen: De Niro spielt den verwitweten Rentner Frank Goode, der nach dem Tod seiner Frau plötzlich intensive Vatergefühle entdeckt. Als alle vier Sprösslinge den geplanten Wochenend-Besuch absagen, beschließt er, seine erwachsenen Kindern (unter anderem gespielt von Drew Barrymore und Kate Beckinsale) zu überraschen und macht sich auf zu einem ganz besonderen Road Trip quer durch die USA. Dabei findet er heraus, dass seine Liebsten längst nicht so erfolgreich und glücklich mit ihrem Leben sind wie er immer dachte.
Die Inhaltsangabe lässt es schon vermuten: Ganz ohne Kitsch geht es hier nicht ab. Aber das haben tragikomische Familienfilme nun mal an sich und allein die hervorragenden Schauspieler (allen voran natürlich Mr. De Niro) rechtfertigen die Kinokarte auf jeden Fall. Ich hab mich auf jeden Fall nicht gelangweilt und passend zum Tauwetter auch meine Tränendrüsen mal wieder aktiviert.
Wer das auch tun möchte: Ab 18. März ist Everbody´s Fine im Kino zu sehen.
PS: Noch eine kleine Anekdote aus dem Presseheft: Kate Beckinsales kleine Tochter Lily hat im Film einen Mini-Auftritt und durfte ihre erste Szene gleich gemeinsam mit De Niro persönlich drehen. Mama Kate war schrecklich aufgeregt, aber die Kleine hat ihre Sache gut gemacht, war kein bisschen nervös und meinte hinterher: “That was great, I just wish it was with somebody famous like George Clooney.” Süß.
